S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 14.09.2026 um 10.30 UTC



Anfangs wechselhaft, in der Folge von Südwesten Wetterberuhigung. Kaum 
nennenswerte Niederschlagsmengen zur Linderung der Trockenheit. Mäßig warm, im 
Südwesten zunehmend spätsommerlich warm. Küsten böiger Westwind.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 21.09.2026


Die anstehende Mittelfrist kann insgesamt als leicht wechselhaft zusammengefasst
werden, mit einer allmählichen Beruhigung von Südwesten.

Bevor wir auf unsere Mittelfrist schauen, betrachten wir kurz die Ausgangslage. 
Dieser etwas technischere Teil der Mittelfrist kann gerne bis zur AKTUELLEN 
MITTELFRIST übersprungen werden.

Aktuell findet beim Blick auf die Nordhemisphäre ein Schwung Energieeintrag in 
die Troposphäre statt. Dies wird ersichtlich beim Blick auf die in 60 Grad Nord 
gemittelten Zonalwinde in 150 hPa, die vom Median nun teils bis zum 90-iger 
Perzentil der Hintergrundklimatologie vorstoßen. Es findet gleichzeitig aber 
auch ein Eintrag von Energie aus dem tropischen Sektor statt, wahrscheinlich 
durch die positive ENSO forciert. Das äußert sich in der Breitengradverteilung 
mit in subtropische Bereiche vorstoßende positive u-Anomalien in 200 hPa. 
Die Vermutung der Einflussnahme des El Nino wird auch durch die 200 hPa 
Windanomalien bestätigt, die sich in Form positiver Anomalien ausgehend vom 
kräftigen aufsteigenden Ast der Walker Zirkulation ostwärts über die Karibik in 
Richtung Marokko/Algerien ausweiten.

Diese klassische "double jet" Konfiguration sorgt dazwischen für ein breites 
Band mit einem Windminimum, was sich vom Süden der USA bis zum zentralen 
Nordatlantik erstreckt und grundsätzlich günstig für die Ausbildung 
blockierender Antizyklone ist. Diese sind bereits vorhanden und weisen bis zum 
Beginn dieser Mittelfrist rekordverdächtige Geopotentialanomalien über dem 
Südosten der USA und nördlich der Azoren auf. Diese Konfiguration, mit einem 
deutlichen Minium der 200 hPa Zonalwinde, verschiebt sich im Verlauf dieser 
Mittelfrist nach Südwesteuropa und hebt dort neben abnehmendem 
Geschwindigkeitspotenzial (divergente Komponente des horiz. Windes) die 
zunehmend günstigen Hintergrundbedingungen für eine Blockierungslage über 
Südwest-/Westeuropa hervor.

Den sehr kräftigen subtropischen Antizyklonen im Nordatlantik steht tiefes 
Geopotenzial über Grönland und Ostkanada/Neufundland gegenüber, ausgelöst durch 
eine temporäre Südverlagerung des Polarwirbels in der Troposphäre in Richtung 
Grönland. Dessen Intensität ist zwar nicht rekordverdächtig, weist aber doch 
niedrige Perzentilwerte beim 500 hPa Geopotenzial auf. 

Die aus dieser Konstellation hervorgehende imposante Frontalzone wird zum Beginn
dieser Mittelfrist als ein zonal ausgerichteter, ostwärts ausgedehnter Höhenjet 
mit hohen u-Wind-Anomalien innerhalb der Numerik gezeigt, der in der Folge bei 
beginnendem Rossby-Wellenbrechen über Europa im supergeostrophischen Part auf 
über 150 kt in 300 hPa angefacht wird. Neben der dynamischen Komponente wird 
weiterhin eine sehr feucht-labile Luftmasse vom östlichen Pazifik/tropischen 
Atlantik in diese Frontalzone gesteuert, wobei hierfür eine "Rex Blockierung" 
über dem nordöstlichen Pazifik verantwortlich war/ist (die den Subtropenjet 
weiter anfachte). Diese Blockierung schwächt sich nun aber ab.

Die genannte Dynamik zum Beginn dieser Mittelfrist gipfelt in ein ausgeprägtes 
antizyklonales Wellenbrechen über Europa, wobei dieses noch bezüglich der 
Platzierung größere Unsicherheiten aufweist. Nach EZ verschiebt sich die 
Wahrscheinlichkeit für einen umfangreichen Abtropfprozess sukzessive nach 
Osteuropa, bevor in der Folge bei noch unveränderten Hintergrundbedingungen 
erneut eine dynamische Westströmung initiiert werden könnte. Die Unsicherheiten 
des Brechens werden im IFS-ENS auch noch mit umfangreichen und sehr hohen 
Anomalienwerten bei der (normalisierten) Standardabweichung des 500 hPa 
Geopotenzials hervorgehoben.

Diese Entwicklung deutet im Übergangsbereich zu erweiterten Mittelfrist 
besonders für Spanien eine neue Hitzewelle an, wobei dies im subsaisonalen 
Bereich mit 2m Temperaturabweichungen des Wochenmittels hervorgehoben wird, die 
am oberen Ende der Klimatologie liegen.

Interessant wird auch zu verfolgen sein, ob die in den Saisonalvorhersagen 
(SEAS5 und C3S) weiterhin anvisierten positiven Druck- und Geopotenzialanomalien
über Skandinavien (im häufigen Einklang mit diesem ENSO Ablauf stehend) zum 
Oktober in der Tat umgesetzt werden können, oder ob die rekordverdächtige 
Dynamik des El Nino andere Pläne hat.


AKTUELLE MITTELFRIST:

Wie gestaltet sich nun die Mittelfrist vom Donnerstag, den 17. September bis zum
Montag, den 21. September?

Am Donnerstag liegen wir im Einflussbereich eines umfangreichen 
Langwellentroges, dessen Zentrum sich über dem Europäischen Nordmeer / 
Skandinavien befindet. Wir verbleiben in einer wechselhaften westlichen 
Grundströmung.
Dabei hat uns das Frontensystem einer teilokkludierten Kaltfront ostwärts 
verlassen und unter schwachem Hochdruckeinfluss beruhigt sich das Wetter. Somit 
klingen am östlichen Alpenrand letzte Regenfälle zögernd ab und in der Folge 
lockert die anfangs dichte Bewölkung immer weiter auf.
Bereits ab der Mittagszeit nähert sich von Nordwesten bereits das nächste 
Frontensystem mit dichter Bewölkung und nachfolgend etwas Regen, der sich in der
Nacht zum Freitag bis zur Mitte voran arbeitet.

Am Freitag sorgen diese zögernd ostwärts driftende Front und eine Trogpassage 
über Norddeutschland für insgesamt wechselhaftes Wetter, ohne jedoch 
nennenswerte Niederschlagsmengen zu erzeugen (Ausnahme peripher der zu warmen 
Deutschen Bucht, wo IFS 24std. Mengen um 20 l/qm andeutet). Die kräftigsten 
Schauer betreffen Norddeutschland, während sonst nur einzelne schwache Schauer 
durchziehen. Dazwischen bleibt es auch längere Zeit trocken und freundlich.

Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag verbleiben wir in einer westlichen 
Grundströmung, in der eine Welle eingebettet über Dänemark ostwärts zieht. Eine 
daran gekoppelte Kaltfront wird sukzessive südostwärts über Deutschland geführt.

Somit gestaltet sich der Tag im Norden/Westen meist wolkenverhangen mit nur 
kurzen Auflockerungen, während diese im Süden/Osten umfangreicher ausfallen. Es 
treten besonders im Norden/Nordwesten zahlreiche Schauer auf, sonst bleibt es 
(abgesehen von einzelnen schwachen Schauern) meist trocken.
Anders sieht es in der Nacht zum Sonntag aus, wo auch im Süden mit 
Durchschwenken der Front schwache Niederschläge zu erwarten sind, nur im 
Alpenvorland bleibt es trocken. 

Zum Sonntag und Montag weitet sich ein umfangreicher Keil über Südwesteuropa 
sukzessive ostwärts aus. An dessen Ostflanke gelegen erwarten uns weitere 
Frontpassage, die jedoch unter steigendem Geopotenzial sehr inaktiv ablaufen und
nur regional etwas Nass bringen. Im Südwesten bleibt es freundlich oder sonnig 
und trocken.

Die Höchstwerte liegen meist im mäßig-warmen Bereich zwischen 17 und 23 Grad 
(abhängig vom Sonnenanteil), wobei es in Richtung Oberrheingraben ab Samstag 
auch wieder sommerliche Werte um 25 Grad geben sollte.

Die Minima liegen zwischen 13 und 7 Grad, gehen zum Ende der Mittelfrist aber 
insgesamt etwas zurück.

Entlang der Frontalzone weht der Wind aus Südwest bis West besonders im 
Küstenumfeld sowie im exponierten Bergland durchweg böig, zeitweise auch 
stürmisch. Einzelne stärkere Windmaxima sind je nach Trogpassage nicht 
ausgeschlossen (Bft 9, Brocken auch mal Bft 10). Im Binnenland kommt dieser ohne
Warnrelevanz dem Tagesgang folgend meist mäßig bis frisch, im Süden schwach bis 
mäßig daher.

In der erweiterten Mittelfrist gelangen wir immer mehr unter den umfangreichen 
Keil, sodass meist ruhiges und besonders im Süden auch sonniges Spätsommerwetter
zu erwarten ist (mit regionaler Nebelproblematik). Im Norden bringen wiederholte
Frontpassagen zeitweise etwas Nass, ohne jedoch nennenswerte Mengen zu erzeugen.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Mittelfrist beginnt in den jüngsten Modellläufen des EZ sehr homogen und 
weist keine nennenswerten Diskrepanzen auf. 
Dies ändert sich sukzessive im Verlauf der Mittelfrist, dank der 
zonalen/progressive Hintergrundströmung mit effektivem Fehlerwachstum. Diese 
Unsicherheiten betreffen nicht das synoptisch-skalige Druckmuster, sondern 
werden erst mit der Zeit bei der zeitlich und räumlich versetzten Passage von 
Trögen/Keilen immer deutlicher. Spannend ist dabei, dass sich die Läufe von 
vorgestern 12Z und gestern 12Z sehr ähnelten, während der gestrige 00Z Lauf mit 
einer recht eigenständigen Entwicklung daherkam (z.B. am kommenden Sonntag statt
zyklonal West mit einem umfangreichen Trog Mitteleuropa). Das Fehlerwachstum ist
bis nach Kanada zurückzuführen, wo eine Welle im 00Z Lauf zu schwach erfasst 
wurde.
Da auch der jüngste 00Z Lauf vom 14. September den beiden 12Z Vorläufen ähnelt, 
wird der gestrige 00Z Lauf als Außenseiterlösung angesehen. Dennoch bleiben auch
bei diesen Läufen mit der Zeit nennenswerte Phasenverschiebungen beim 
Trog-Keilmuster bestehen.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Die Aussagen von der EZ Konsistenz behalten auch beim Abgleich der 
internationalen Modelle ihre Gültigkeit. Nach anfänglicher Harmonie driften die 
Modelle zum kommenden Wochenende rasch auseinander, sodass z.B. am kommenden 
Sonntag GFS den Hochdruckkeil bereits bis auf weite Bereiche Deutschlands 
ausgedehnt hat, während IFS einen Trog über Deutschland platziert. Das 
Aufschaukeln der Unsicherheiten ist bei solch einer progressiven 
Hintergrundströmung allerdings nichts Ungewöhnliches.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse beginnt wenig überraschend mit dem Regime "positive NAO" in 3
Clustern mit einer Trogpassage, sodass in Deutschland wechselhaftes Wetter zu 
erwarten ist. Geringe Unterschiede bei der Amplitude des Troges sind vorhanden 
und können von Interesse sein, inwieweit eine Leezyklone südlich der Alpen 
induziert wird.

Von Freitag bis Sonntag sind 6 Cluster vorhanden, deren Regime von "NAO +" zu 
"Atlantikrücken/Blockierung" wechselt. Dies ist der Beginn des über Europa 
einsetzenden, markanten Wellenbrechens in für Blockierungslagen günstiger 
Umgebung (über Südwesteuropa). Dass dieser dynamische Prozess mit hohen 
Unsicherheiten einhergeht verwundert nicht, was sich vor allem durch die 
variable Geometrie des Keils äußert. Der im ersten Cluster zu findende 
Kontrolllauf hebt ein recht scharfes Wellenbrechen mit einem Abtropfprozess über
Osteuropa hervor, während andere die Strömung insgesamt glatter/zonaler sehen. 
Grundsätzlich deuten aber alle bei uns einen zunehmenden Einfluss der 
Antizyklone an, sodass Fronten (wenn überhaupt) nur noch abgeschwächt auf 
Deutschland übergreifen können. 

Zum Ende der Mittelfrist (Montag) bis in die erweiterte Mittelfrist 
(Dienstag/Mittwoch) baut sich bei 4 Clustern über Westeuropa eine 
intensive/umfangreiche blockierende Antizyklone auf. Gleichzeitig entwickelt 
sich auch im Bereich des Urals eine positive Geopotenzialanomalie. Besonders 
Cluster 1,2 und 4 versuchen eine Brückenbildung zwischen beiden positiven 
Anomalien, während der dritte Cluster dies nicht anvisiert. Deutschland 
verbleibt beim Großteil der Cluster in einer Keilrandlage, während der am 
schwächsten besetzte vierte Cluster einen für Mittel-/Südosteuropa recht 
regenträchtigen Abtropfprozess andeutet. 
Die Unsicherheiten nehmen in der Folge weiter zu.

Die Meteogramme unterstützen die Erwartung einer leicht wechselhaften und meist 
nur mäßig warmen Mittelfrist, ohne dass es beim Wind/Regen irgendwelche 
nennenswerten Spitzen/Anomalien gibt.
Die (noch veralterten) Rauchfahnen beginnen beim Geopotenzial in 500 hPa und bei
der Temperatur in 850 hPa gut gebündelt mit einem schön eingebetteten 
Kontrolllauf in die Memberschar, bevor zum Ende der Mittelfrist das anvisierte 
Brechen der Rossby-Welle für ein chaotisches Auseinanderdriften der Member 
sorgt. 

GFS/GEFS sehen die Entwicklung bis zum Ende dieser Mittelfrist recht ähnlich, 
allerdings mit dann rasch zunehmenden Diskrepanzen im Übergangsbereich zur 
erweiterte Mittelfrist.

AIFS/GCGFS gehen in der Mittelfrist soweit konform, deuten in der Folge aber ein
deutlich westlicheres Brechen der Rossby-Welle an, was uns mehr in den 
zyklonalen Bereich bringen würde.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Die Mittelfrist verläuft meist ruhig. Einzig der Wind aus Südwest bis West 
frischt im Umfeld der Küsten und im exponierten Bergland zeitweise stark 
böig/stürmisch auf (Bft 7/8). Eine regionale Verschärfung der Windlage kann je 
nach Passage der Tröge an den Küsten und auf dem Brocken nicht ausgeschlossen 
werden (Bft 9, Brocken auch mal die Bft 10).
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Basis für Mittelfristvorhersage
GEFS, IFS-ENS, MOSMIX, IFS
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Helge Tuschy